Keyword-Recherche: So finden Sie die richtigen Keywords
Die meisten Websites scheitern bei Google nicht an ihren Texten, sondern an der Frage, wofür sie gefunden werden wollen. Keyword-Recherche beantwortet genau diese Frage: Wonach suchen Ihre Kunden wirklich – und mit welchen Worten? Die gute Nachricht: Eine solide kleine Recherche braucht weder teure Tools noch tagelange Arbeit. Diese Anleitung zeigt den Weg von der ersten Idee bis zur fertigen Zuordnung auf die eigenen Seiten.
Der beste Startpunkt: Kundenfragen sammeln
Bevor irgendein Tool bemüht wird, liegt die wertvollste Quelle bereits im Unternehmen: die Fragen der Kunden. Was wird am Telefon gefragt, per E-Mail, im Beratungsgespräch? Welche Formulierungen verwenden Kunden, wenn sie ein Problem beschreiben – oft ganz andere als die Fachsprache des Betriebs.
Daraus entsteht die erste Liste: jede echte Frage wird notiert, möglichst im Wortlaut der Kunden. Eine Handvoll solcher Fragen ist mehr wert als eine fertige Liste aus einem Tool, denn sie spiegelt die wirkliche Sprache der Zielgruppe wider.
Google selbst als Quelle nutzen
Die Suchmaschine liefert reichlich Hinweise, ohne dass man dafür zahlen muss:
- Vervollständigung: Wer einen Suchbegriff bei Google eintippt, erhält Vorschläge – das sind echte, häufige Suchanfragen.
- Ähnliche Suchanfragen: Am Ende der Ergebnisseite stehen verwandte Fragen, die Google selbst als zusammenhängend einordnet.
- „Andere suchten auch": Zeigt, welche Anschlussfragen Suchende haben – eine Fundgrube für weitere Themen.
- Wettbewerber ansehen: Welche Begriffe verwenden Anbieter, die zu denselben Anfragen gefunden werden? Nicht zum Kopieren – sondern um die Sprache des Marktes zu verstehen.
Wer diese vier Quellen systematisch durchgeht, füllt eine Liste, die den echten Suchmarkt deutlich besser abbildet als jede Vermutung.
Suchintention einordnen
Jedes Keyword gehört zu einer Absicht – und jede Absicht verlangt eine andere Art von Seite. Die drei wichtigsten:
- Informieren: „was ist ein cms", „seo fehler vermeiden" – der Suchende will lernen. Hierher gehören Ratgeber und Erklärungen.
- Vergleichen und abwägen: „wordpress oder individuelle entwicklung", „seo oder google ads" – der Suchende steht vor einer Entscheidung. Hierher gehören Vergleiche und ehrliche Einordnungen.
- Handeln: „website erstellen lassen", „seo agentur region" – der Suchende will beauftragen. Hierher gehören Leistungsseiten.
Wer die Suchintention falsch einschätzt, baut die falsche Seite: Ein Ratgeber rankt nicht für eine Kaufanfrage – und eine Verkaufsseite rankt nicht für eine Wissensfrage. Bevor eine Zeile Text geschrieben wird, muss diese Einordnung stehen.
Longtails: die unterschätzten Begriffe
Lange, spezifische Suchanfragen – Longtail-Keywords – werden gern übersehen, weil ihr einzelnes Suchvolumen klein wirkt. Genau darin liegt ihr Wert: Wer nach „individuelle software für handwerksbetrieb" sucht, weiß ziemlich genau, was er will – und die Konkurrenz um diesen Begriff ist überschaubar. Mehrere Longtails zusammen bringen oft mehr relevante Besucher als der eine große, umkämpfte Begriff.
Für kleine und regionale Unternehmen sind Longtails der realistischste Einstieg: Statt gegen den gesamten Markt anzutreten, beantwortet man präzise Fragen, die sonst niemand sauber beantwortet.
Keyword-Mapping: jede Seite hat ihren Auftrag
Die fertige Liste wird nun den Seiten der Website zugeordnet – das nennt man Keyword-Mapping. Pro Seite gilt: ein klares Hauptthema, ein Fokus, sinnvolle Ergänzungsbegriffe. Zwei Seiten sollten nie auf dieselbe Anfrage zielen, sonst konkurrieren sie gegeneinander und schwächen sich beide.
Ein Mapping kann schlicht sein: eine Tabelle mit den Spalten Suchbegriff, Suchintention, zuständige Seite, Status. Wichtig ist nur, dass jede relevante Anfrage einen klaren Platz hat – und dass Lücken sichtbar werden, für die noch keine Seite existiert. Genau diese Lücken sind die nächsten Inhalte.
Für die Analyse und Auswertung können Tools helfen; wer sich einen Überblick verschaffen will, findet in unserem Vergleich der SEO-Tools passende Optionen. Grundsätzlich gilt jedoch: Die Recherche ist Denkarbeit, das Tool nur Unterstützung. Wie das in ein Gesamtkonzept passt, beschreiben wir auf unserer Seite zur SEO-Optimierung.
Typische Fehler
- Nur auf Suchvolumen schauen: Ein Begriff mit vielen Suchen bringt nichts, wenn er nicht zum Angebot passt – oder die Suchintention eine andere ist.
- Fachsprache statt Kundensprache: Kunden suchen selten in den Begriffen, die intern verwendet werden. Die Recherche muss übersetzen.
- Keywords stapeln: Eine Seite auf fünf Hauptbegriffe gleichzeitig zu optimieren, verwässert sie. Lieber fünf Seiten mit klarem Fokus.
- Recherche als einmalige Aktion: Sprache und Suchverhalten ändern sich. Die Liste gehört regelmäßig geprüft – nicht archiviert.
Häufige Fragen
Brauche ich ein kostenpflichtiges Tool?
Für den Einstieg nein: Kundenfragen, Googles Vervollständigung und verwandte Suchanfragen liefern bereits eine belastbare Liste. Tools werden interessant, wenn man Wettbewerbsdaten, Volumen und Veränderungen über längere Zeit verfolgen will – ersetzen aber nicht das Denken.
Wie viele Keywords pro Seite?
Als Faustregel: ein Fokus-Begriff und wenige sinnvoll verwandte Ergänzungsbegriffe. Die Seite sollte das Thema abdecken, nicht eine Wortliste abarbeiten. Wer versucht, mehrere Hauptbegriffe auf einer Seite unterzubringen, erzeugt meistens weder Klarheit noch gute Rankings.
Was sind Longtails?
Longtail-Keywords sind längere, spezifischere Suchanfragen wie „website relaunch checkliste für unternehmen". Sie haben weniger Suchanfragen, dafür eine klare Absicht und deutlich weniger Konkurrenz – für kleinere Websites oft der schnellste Weg zu relevanter Sichtbarkeit.
Wie oft wiederholt man die Recherche?
Ein- bis zweimal im Jahr als Grundpflege, und zusätzlich vor jedem größeren Inhaltspaket. Wer regelmäßig Inhalte erstellt, prüft beiläufig mit, ob neue Fragen und Formulierungen aufgetaucht sind – etwa über wiederkehrende Kundenanfragen.





