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Website-Usability verbessern: Die wichtigsten Maßnahmen

„Die Website funktioniert irgendwie nicht" – selten liegt das an einem einzelnen großen Fehler. Meist ist es die Summe kleiner Reibungen: eine unklare Navigation, ein Formular mit zu vielen Feldern, eine Schrift, die anstrengt. Die gute Nachricht: Genau diese Reibungen lassen sich gezielt beseitigen, oft ohne Neuaufbau. Dieser Artikel zeigt sechs Hebel in sinnvoller Reihenfolge.

1. Navigation verschlanken

Die Navigation ist das Wegweisersystem Ihrer Seite – und der häufigste Usability-Fehler ist nicht zu wenig, sondern zu viel: Menüpunkte, die fast dasselbe bedeuten, interne Fachbegriffe, Endlos-Untermenüs. Besucher wollen nicht stöbern, sie wollen ankommen.

Die Faustregel: höchstens fünf bis sieben Hauptpunkte, benannt in der Sprache der Besucher. Prüfen Sie jeden Menüpunkt mit einer einfachen Frage: Würde jemand, der unser Unternehmen nicht kennt, wissen, was sich dahinter verbirgt? Was diese Frage nicht besteht, wird umbenannt, zusammengelegt oder verschoben.

2. Lesbarkeit verbessern

Texte werden nur gelesen, wenn das Lesen nicht anstrengt. Drei Stellgrößen mit großer Wirkung:

  • Schriftgröße: Grundtext mindestens 16 Pixel – auf mobilen Geräten eher mehr als weniger. Wer zoomen muss, liest nicht weiter.
  • Zeilenlänge: Etwa 60 bis 80 Zeichen pro Zeile lesen sich am angenehmsten. Zu lange Zeilen ermüden, weil das Auge den Zeilenanfang verliert.
  • Kontrast: Dunkler Text auf hellem Grund – oder umgekehrt – in ausreichendem Abstand. Graue Schrift auf grauem Grund sieht edel aus und ist unlesbar.

Auch Absätze und Zwischenüberschriften gehören zur Lesbarkeit: Sie gliedern den Text in Portionen, die man überfliegen kann – und genau das tun fast alle Besucher zuerst.

3. Klare Handlungsaufforderungen

Jede Seite sollte einen erkennbaren nächsten Schritt haben: anfragen, anrufen, Termin buchen, mehr lesen. Wenn Besucher sich fragen müssen „Und jetzt?", verschenken Sie jede Menge Potenzial.

Drei Regeln helfen weiter: Erstens, die Aufforderung steht dort, wo die Entscheidung fällt – nicht versteckt im Fußbereich. Zweitens, sie ist als Schaltfläche erkennbar, nicht als unauffälliger Textlink. Drittens, sie sagt konkret, was passiert: „Kostenloses Erstgespräch anfragen" schlägt „Absenden".

4. Formulare reduzieren

Jedes zusätzliche Feld ist eine kleine Hürde – und Hürden summieren sich. Die meisten Kontaktformulare fragen deutlich mehr ab, als sie für den ersten Kontakt bräuchten. Die Faustregel: nur Felder, ohne die Sie die Anfrage nicht bearbeiten können. Name und Nachricht reichen oft für den Anfang; alles Weitere klärt das Gespräch.

Achten Sie auch auf das Verhalten bei Fehlern: Zeigt das Formular verständlich an, welches Feld fehlt – direkt am Feld, nicht in einer Zeile irgendwo oben? Und bleibt das bereits Eingegebene erhalten? Solche Details entscheiden darüber, ob jemand einen zweiten Versuch startet oder aufgibt.

5. Mobile Bedienbarkeit sicherstellen

Eine Seite, die auf dem Schreibtischbildschirm gut funktioniert, kann auf dem Smartphone trotzdem unbrauchbar sein. Die typischen Problemzonen:

  • Schaltflächen, die zu klein oder zu nah beieinander liegen und sich mit dem Daumen nicht sicher treffen lassen.
  • Menüs, die sich umständlich öffnen lassen oder wichtige Punkte verstecken.
  • Inhalte, die horizontales Scrollen erzwingen.
  • Telefonnummern, die nicht per Fingertipp einen Anruf auslösen.

Der wirksamste Test kostet nichts: Nehmen Sie Ihr eigenes Smartphone und gehen Sie die wichtigsten Wege ab – vom ersten Aufruf bis zur abgeschickten Anfrage. Alles, was dabei nervt, ist eine Aufgabe für die Liste. Wie grundsätzlich anpassungsfähige Gestaltung funktioniert, beschreibt unser Beitrag zu Responsive Design.

6. Mit echten Nutzern testen

Die größte Schwäche jeder Selbstoptimierung: Sie sehen Ihre Website mit den Augen des Machers. Sie wissen, wo alles liegt – Ihre Besucher wissen es nicht. Deshalb ist der wertvollste Usability-Test erstaunlich einfach: Bitten Sie eine Handvoll Personen aus Ihrer Zielgruppe, eine konkrete Aufgabe auf der Seite zu lösen – und schauen Sie zu, ohne einzugreifen.

Sie brauchen dafür weder teure Software noch ein Labor. Ein paar Beobachtungen reichen, um die Stellen zu finden, an denen echte Menschen stolpern. Wichtig ist nur: Zuhören statt verteidigen. Jeder Stolperer ist ein Hinweis, kein Angriff. Für die Frage, wie Sie solche Beobachtungen systematisch aufsetzen, verweisen wir auf unseren Überblick über Nutzerforschung. Wer die Usability ganzheitlich verbessern lassen möchte, findet auf unserer Seite zum UI/UX-Design den passenden Rahmen.

Häufige Fragen

Was bringt am schnellsten Wirkung?

Die Kombination aus klaren Handlungsaufforderungen und reduzierten Formularen – beide Änderungen sind klein, wirken aber direkt auf den Weg zur Anfrage. Danach folgen Lesbarkeit und Navigation.

Wie teste ich mit echten Nutzern?

Geben Sie drei bis fünf Personen aus Ihrer Zielgruppe eine konkrete Aufgabe – etwa „Finden Sie heraus, was unser Angebot kostet, und nehmen Sie Kontakt auf". Beobachten Sie still, wo sie zögern oder falsch abbiegen. Die Ergebnisse sind fast immer ernüchternd – und wertvoll.

Brauche ich ein Test-Tool?

Für den Einstieg nicht. Direkte Beobachtung liefert die besseren Hinweise als reine Zahlenwerkzeuge. Tools werden interessant, wenn Sie systematisch vergleichen wollen, welche Varianten einer Seite besser funktionieren.

Wie oft sollte man die Usability prüfen?

Nach jeder größeren Änderung – und zusätzlich ein- bis zweimal im Jahr als Rundumblick. Usability ist kein Zustand, den man einmal erreicht, sondern eine fortlaufende Aufgabe, weil sich Inhalte, Technik und Nutzergewohnheiten verändern.